Ich mag Adblock

"Adblocker bedeuten für uns, dass wir für unsere Arbeit kein Geld bekommen. Wir bitten Sie deshalb, auf Adblocker zu verzichten oder für SPIEGEL ONLINE eine Ausnahmeregel zuzulassen."

Spiegel Online am 13.05.2013

Die Verantwortlichen bei Spiegel Online scheinen eine sehr einfache Sicht der Dinge zu haben: Werbung gut, Adblock schlecht. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Wer seinen Adblocker deaktiviert sieht nicht nur Werbung, sondern verschickt auch Informationen an etwa ein halbes dutzend andere Seiten.

Externe Dienste bei Spiegel Online

Die Auswahl externer Dienstleister scheint nicht konstant zu sein, es können jederzeit neue hinzu kommen. Heute sind es:

Als Verbaucher ist es schwer einzuschätzen in welchen Ländern diese Seiten tätig sind, welche Gesetze für sie gelten, wie Datenschutz behandelt wird, etc. Werkzeuge wie adblock, ghostery, flashblock und noscript dienen der eigenen Sicherheit. Dazu gehört nun mal dass man nicht blind Webseiten vertrauen sollte. Schon gar nicht solchen die man unwissentlich besucht, wie es bei Werbeeinblendungen der Fall sein kann.

Ich frage mich warum große online-Publikationen es nicht schaffen ihre Anzeigenplätze selbst zu vermarkten. Das laden der Werbung von den eigenen Servern könnte mehrere Probleme auf ein mal lösen:

  • Seiten werden schneller aufgebaut da weniger externe Resourcen geladen werden
  • Weniger Sicherheits- und Datenschutz-Bedenken [1]
  • Anzeigen und Werbung können besser aufeinander abgestimmt werden [2]
  • Es wäre einfacher Adblocker zu verhindern, sollte man dies wirklich wünschen

Wie Spiegel Online den Adblocker entdeckt

Eine kurze Analyse zeigt dass Spiegel Online einfach per jQuery ajax()-Aufruf auf die Datei /static/sys/v10/bannerad/ad.gif zugreift. Ist ein Adblocker aktiv erzeugt dies einen Fehler, und die Aufforderung den Adblocker zu deaktivieren erscheint.

Dieser Ansatz ist recht einfach und entdeckt nicht alle Besucher die keine Werbung sehen, wenn z.B. zusätzlich zum Adblocker weitere Sicherheits-Erweiterungen wie die oben angesprochenen verwendet werden.

[1]Ich benutze momentan selbst Facebook, Google+ und Adsense auf dieser Seite. Ich hätte auch gerne mehr Werbeeinnahmen, blockiere aber trotzdem selbst Werbung.
[2]Nervige flash-Anzeigen will eh kein Mensch. Wie soll man einen Artikel lesen wenn sich oben und unten, links und rechts Dinge bewegen, wenn Geräusche zu hören sind, etc?

2 Kommentare

  1. avatar
    schrieb diesen Kommentar on
    Ich finde es kommt auf die Art der Werbung an: Klar speichert Adsense Daten, Adsense ist ja auch von Google, aber andere Anbieter speichern nicht so viele Daten der Besucher und werden trotzdem von AdBlockern geblockt.
    1. avatar
      schrieb diesen Kommentar on
      Letztendlich muss jeder www-Nutzer selbst entscheiden wie er mit Werbung umgeht. Wenigstens haben wir die Wahl, und müssen uns nicht wie im (free) TV dauerberieseln lassen.

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